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Die Eifel-Ardennen
 

Das heutige Grenzgebiet von Luxemburg, Belgien, den Niederlanden und Deutschland ist eine Mittelgebirgslandschaft, die durch Vulkanismus  um 850 000 v.Chr. und Erdplattenverschiebung entstanden ist. Durch die verschiedenen Entstehungsursachen und weiteren EinflĂŒssen wie zum Beispiel Erdmassenverschiebungen in der Eiszeit entstand eine beeindruckende Landschaft mit stĂ€ndig wechselndem Charakter. Unterschiedliche BodenverhĂ€ltnisse und unterschiedliche Kleinklima Zonen erlaubten eine ebenso unterschiedliche und vielfĂ€ltige Entwicklung der Vegetation.  Heute lĂ€ngst ausgerottet beherrschten schon lange vor dem Menschen Der BĂ€r, Höhlenlöwen, Wölfe und Luchse die dichten WĂ€lder. Nachweislich kann man den Menschen mit ca. 10 000 v.Chr.in diese Region einbeziehen. Funde in Höhlen wie der Kartsteinhöle bei Eiserfey und dem Buchenloch in der NĂ€he von Gerolstein belegen das. Diese Höhlenbewohner kennen wir auch als Neandertaler die im Zeitalter der Altsteinzeit lebten und als JĂ€ger und Sammler die WĂ€lder durchstreiften. Das hohe Vorkommen an Wildrindern, Wildpferden, Rentieren,

Hirschen und zahllosen Kleinwild Arten sicherte das Überleben. Diese Menschen waren ein Teil der Natur um sie herum, sie benutzten die Materialien die ihnen die Natur geben konnte. Diese Materialien sind jedoch zum großen Teil vergĂ€nglich und somit steht uns außer der seltenen Höhlenmalerei und den aus Stein und Knochen gefertigten GegenstĂ€nden nur sehr wenig Medien fĂ€higes Originalmaterial aus dieser Zeit zu VerfĂŒgung. Dennoch reicht es bei Weitem aus um einen Nachweis ĂŒber das Vorkommen
an Menschen in der Altsteinzeit zu erbringen.

Ein aus dem SĂŒden des heutigen Frankreichs stammender Menschenstamm der den Neandertalern in hohem Maße ĂŒberlegen war verdrĂ€ngte den Menschen der Altsteinzeit. Der Neandertaler starb aus!
Der Cro-Magnon Mensch war bereits in der Lage mit einer Wort-Sprache zu kommunizieren, was das Leben in einer Gemeinschaft verbessert. Bis ca. 2000 v.Chr. wurden diese Menschen immer seßhafter und kannte bereits den Ackerbau und sie besaßen Haustiere. Werkzeuge und Waffen wurden verfeinert und immer effektiver eingesetzt. Der Bodenfund einer Steinaxt und einem Messer bei Schmidtheim im Jahre 1932 beweist unter anderem das es auch in der Jungsteinzeit Menschen in der Eifel gab.

Wo die Cro-Magnon Menschen geblieben sind weis man nicht so ganz genau doch die Wissenschaftler sind sich sicher das dieser Urmenschen Typ unsere Vorfahren im europĂ€ischen Raum sind. Nach der Jungsteinzeit kam das Zeitalter der Bronzezeit 2000-800 v.Chr. und danach die Eisenzeit 800-ca.60 v.Chr. Verbunden mit der Gewinnung von Bronze und Eisen wurden in beiden Epochen viele Dörfer gegrĂŒndet, deren Namen noch bis heute Zeugnis davon tragen. 

Besonders der aus dem Gebiet der heutigen Schweiz stammende Volksstamm der Kelten, weitete sein Territorium nach Norden bis nach Schottland aus. Die Kelten waren ein Volk das sehr einfach lebte aber an strenge Rieten gebunden war. Reste von Siedlungen und besonders ihre GrabstĂ€tten in Form von HĂŒgelgrĂ€bern sind Zeugnis ihrer interessanten Kultur.
 

Um etwa 550 v.Chr. drangen die Germanen aus dem Osten ĂŒber den Rhein und fielen in die von den Kelten beherrschte Eifel ein. Das rauhe und kriegerische Volk der Germanen breitete sich schnell in der Region aus und ĂŒbernahm die Herrschaft. Die Eburonen, Caroser, Paemanen und die Treverer waren germanische Volksstammgruppen im Gebiet der heutigen Eifel-Ardennen.

Nach etwa 500 Jahren standen die römischen Truppen von Julius Caesar zum Angriff auf Germanien bereit. 51 v.Chr. hatten die Römer das Gebiet der Eifel, welches sie ,,Arduenna silva‘‘ Ardenner Wald nannten, bis zum Rhein besetzt. Um die eigenen Truppen zu versorgen bauten die Römer Straßen mit denen sie zu Anfang ihre ,,Castellos‘‘ stĂŒtzpunktartige Kasernen verbanden. SpĂ€ter wuchs um die Kastelle eine Stadt heran aus der das Kastell versorgt wurde. Mit einer wehrhaften Mauer umgeben bot das Kastell den notwendigen Schutz fĂŒr die BĂŒrger der so immer öfter entstehenden StĂ€tte. Über Wasserleitungen aus den Ardennen versorgten die Römer ihre StĂ€dte mit frischem Quellwasser. Die Wasserleitung mit der das heutige Köln versorgt wurde, war ĂŒber 120 KM lang und funktionierte tadellos.

Die römische Kultur beeinflußt bis heute das kulturelle Leben der Menschen hier in der Eifel und im Rheinland. Viele Feste und BrĂ€uche wie z.B. des St. Martins Fest im November oder die unzĂ€hligen Weinfeste im Oktober finden ihren Ursprung in der römischen Kultur. Die Bevölkerung der verschiedenen Kulturkreise hielt jedoch auch nach der Christianisierung an ihren alten und meist heidnischen BrĂ€uchen fest. Diese finden wir heute immer noch wieder. So sind der Osterhase und das Ei als heidnisches Symbol der Fruchtbarkeit und der Hoffnung in das uns bekannte heutige Osterfest eingewachsen. Auch der Weihnachtsbaum stammt nicht wie oft angenommen wird aus der christlichen Welt sonder ist ein heidnischer Gabenbaum der aus Skandinavien zu uns kam. Die meisten AnlĂ€sse zum Feiern stammen aus der Zeit bevor die Kirche sie zu ihren Gunsten nutzte.

Opfer Rieten waren in heidnischen Kulturkreisen ein fester Bestandteil. Ob Pflanzen-, Tier- oder gar Menschenopfer sollten immer die jeweiligen Götter gnĂ€dig stimmen. Das Opfern von Pflanzen finden wir heute noch beim Erntedankfest wieder. Dieses Fest wird und wurde immer nach der Ernte gefeiert und war im Mittelalter auch gleichzeitig der Zahltag fĂŒr den ,,Zehnten‘‘. Jeder der mit den LĂ€ndereien des Lehnsherren einen Ertrag machte, mußte dafĂŒr zahlen. Heute wĂŒrden wir das als Pacht bezeichnen, die mit Geld bezahlt wird. FrĂŒher wurde diese Pacht oder das Lehen in Naturalien beglichen. Das landesĂŒbliche Lehen war der zehnte Teil des erwirtschafteten Ganzen. Also der ,,Zehnte‘‘. In guten Zeiten waren der Rest genug um die Familie und das Vieh durch den Winter und das kommende Jahr zu bringen. Bei der Abgabe trafen sich die Menschen beim Lehnsherren und wurden mit Essen und Wein fĂŒr die oft weite Heimreise gestĂ€rkt. Daraus formte sich das uns noch heute bekannte Erntedankfest. Vor den Lehnsherren kannte man diesen Brauch jedoch nur um die Götter der Fruchtbarkeit zu besĂ€nftigen und ihnen einen Teil dessen was die Menschen ihnen weggenommen hatten zurĂŒck zugeben. Es wurde ihnen nicht vorgeschrieben wieviel sie zu geben hatten, sondern  Jeder opferte das was er geben konnte. Somit wurde in schlechten Zeiten weniger geopfert um das Überleben des Stammes oder der Sippe zu gewĂ€hrleisten. Die Opfergaben wurden in großen Feuern verbrannt um damit die endgĂŒltige Opferbereitschaft zu zeigen. Interessant ist, das gerade das beim christlichen Erntedankfest abgeschafft wurde. Die Kirche hat die oft ĂŒppigen Gaben besser brauchen können. Warum auch nicht!   

Das Osterlamm ist auch ein Überbleibsel eines Opferritus aus der vorchristlichen Zeit. Tieropfer wurden schon immer als besonderes Opfer angesehen. Ein Haustier zu opfern war, da es fĂŒr den EigentĂŒmer sehr wertvoll war, ein großes Opfer.  Heidnische Völker verbrannten auch diese Opfergaben damit nur der Gott dem es zustand etwas davon hatte. Die Christen sahen das schlachten eines Tieres als Opfer fĂŒr Gott in einem anderen Aspekt. Um die GĂŒte und Wohltat des einzigen Gottes zu unterstreichen wurde das Tieropfer von nun an nur angebraten und dann gemeinsam gegessen. So hatten Alle etwas davon und das opfern viel leichter. Somit war es fĂŒr die Kirch möglich viele heidnische Volksgruppen fĂŒr sich zu werben. Und ließ somit die Heiden im Glauben ihre alten Traditionen nicht gĂ€nzlich aufgeben zu mĂŒssen.

Das römische Reich zerfiel um 500 n.Chr. Schon um 400 n.Chr. wurden Kastelle im Raum der Ardennen aufgegeben. So z.B. das Castellum Icorigium in JĂŒnkerath. Um 460 und 475 n.Chr. verloren Köln und Trier ihre römische Herrschaft. Bis dahin hatten sich Römer und Germanen teilweise zu einer eigenen Volksart verschmolzen, die aber nach dem Zerfall des Reiches nicht mehr wehrhaft genug war um sich gegen die nun andrĂ€ngenden Franken aus dem Westen zu behaupten. 

Im 5. und 6. Jahrhundert erlebten die Ardennen einen kulturellen RĂŒckschritt. In dieser Zeit zerstörten frĂ€nkische Truppen zahllose Dörfer, StĂ€dte und Einzelbauten. In ĂŒber 200 Jahren ging eine Kultur zu Grunde ĂŒber die wir heute nur noch in Museen, an KulturdenkmĂ€lern und in der Literatur etwas erfahren können. Aber es gibt da etwas unsichtbares was der typische RheinlĂ€nder in sich trĂ€gt und noch bis heute als Erbe der Römer angesehen wird. Es ist die besondere Lebensfreude die vom nicht RheinlĂ€nder als albern oder unsinnig angesehen wird. Diese frohe und lebenslustige Art ist ein Wesenszug der im mediterranen Raum auch sehr oft zu finden ist.  

Im 7. und 8. Jahrhundert n.Chr. weitete sich das Frankenreich immer mehr nach Osten aus. Somit wurden die Eifel-Ardennen wieder stĂ€rker bevölkert. Die Franken waren zu dieser Zeit bereits AnhĂ€nger des christlichen Glaubens und brachten somit keinen neuen Kulturschock in die Region. Aus den Ruinen der römischen Siedlungen entstanden neue Dörfer und andere StĂ€dte. Das weitverbreitete Fachwerkhaus ist eine Technik mit frĂ€nkischem Ursprung. Die Kirche hatte in den folgenden Jahrhunderten großen Einfluß auf die Bevölkerung und auch auf die Politik der FĂŒrsten- und KönigshĂ€user der Franken. Das um 843 n.Chr. bereits weit nach Osten reichende Frankenreich war durch seine GrĂ¶ĂŸe aber auch durch Sprachprobleme schwer zu regieren. Darum teilte es Ludwig der Fromme in drei Teile!
In das Westreich (heute Frankreich) gefĂŒhrt durch Karl dem Kahlen. In das Mittelreich (heute BeNeLux Staaten und teile Deutschlands) gefĂŒhrt durch Lothar I. In das Ostreich (heute Deutschland und Polen) gefĂŒhrt durch Ludwig dem Deutschen. Somit gehörten die Eifel-Ardennen nun zum Herzogtum Lothringen. Lothar der I. starb 855 n.Chr. und bis heute ruhen seine Gebeine in der Eifler Salvator-Basilika in PrĂŒm. 

Um die LĂ€ndereien besser verwalten zu können wurden zu diesem Zweck immer mehr Administratoren in den Provinzen in Form von Kirchen und Klöstern erbaut. Die Kirche war auf die Arbeitskraft der Bevölkerung vor Ort angewiesen. Selbst die Herzöge mußte diese Erweiterung der Kirche mit tragen und steuerte so Gelder bei die sie jedoch durch Steuereinnahmen aus der Bevölkerung bezogen. Die Menschen die im Mittelalter in der Eifel lebten, waren also arm und nicht in der Lage sich mit ihren wenigen Mitteln etwas  aufzubauen. Hohe Steuerabgaben, Frondienste ließen nicht viel Platz zum Feste feiern oder sich um Kulturelles außer das was die Kirche vorgab zu kĂŒmmern.  Zu allem Übel kam der ,,schwarze Tot‘‘ nach Europa. Die Pest wĂŒtete um 1451 besonders  schlimm in den Ardennen. Menschen und Tiere starben jĂ€mmerlich. Der Ort Bad MĂŒnstereifel war, bis auf eine Hand voll Menschen die sich retten konnte und in den WĂ€ldern lebten, ausgestorben. Viele Orte wurden nach der Pest aufgegeben und verfielen.  Die Ortschaft Linzfeld zwischen Dahlem und Glaadt ist der Pest ganz zum Opfer gefallen und existiert heute nicht mehr. 

 Nach dem 30jĂ€hrigen Krieg verlor die Kirche etwas an Einfluß auf die Bevölkerung,  die die Kirche als Urheber des Krieges und dem damit verbundenem Unheil ansahen. Vereinzelt suchten die Menschen in dieser Notzeit Zuflucht in andere Bereiche des Glaubens. Die alten Rieten vereint mit Naturheilkunde, Magie und Zauber bekamen schnell Zuspruch von der glaubseligen Bevölkerung. Der Hexenwahn wie ihn die Kirche bezeichnete mußte unter allen UmstĂ€nden gestoppt werden. Mit Folter bis zum GestĂ€ndnis wurden die vom Teufel gerittenen gequĂ€lt und öffentlich hingerichtet. So eingeschĂŒchtert durch die Macht von Gesetz und Kirche wurden zahllose Menschen durch Andere denunziert und ebenfalls in einen Prozeß mit einem meist schnellen und tödlichen Urteil verwickelt. Die Vollstrecker der Inquisition waren erbarmungslos und hielten sich an die Anweisungen des Vatikans. Ein durch den Vatikan verbreitetes Buch war der ,,Hexenhammer‘‘. Dieses Gesetzbuch war die Prozeßgrundlage fĂŒr die Richter. Nur wer den tagelangen Verhören, der Folter und der Verhandlung vor Gericht standhalten konnte, hatte eine Chance frei zu kommen. Erst die Zeit des Humanismus brachte eine Wende in der Herrschaffststellung der Kirche und sie wurde langsam zu dem was wir heute unter Kirche verstehen.

,,Gemeinschaft‘‘

 

In der Folgezeit kam es immer wieder zu kleineren Kriegshandlungen in Europa. Durch die zentrale Lage marschierten viele fremde Truppen durch die Eifel-Ardennen und nicht selten machten sie in den geschĂŒtzten TĂ€lern tagelang Rast. Die Bevölkerung wurde auf ihren FeldzĂŒgen dabei nicht geschont. Man nahm sich was man brauchte und kĂŒmmerte sich nur wenig um das Leid der Menschen. Spanische, niederlĂ€ndische und britische Truppen waren nur kurz in dieser Gegend und konnten an dem rauhen Klima und den schlechten Straßen nur wenig Gutes finden.

Von 14. bis Anfang des 19. Jahrhunderts gehörten weite Teile der Ardennen zum Herzogtum Luxemburg. Das Frankreich am Ende des 18. Jahrhunderts wurde durch die Worte ,,Freiheit! Gleichheit! BrĂŒderlichkeit!‘‘ geprĂ€gt. Die Revolution! Der Aufstand des Volkes gegen den Staat mit dem Schrei nach Freiheit. Der Gedanke frei zu sein, keine Steuern und Frondienste mehr ableisten zu mĂŒssen war fĂŒr die Menschen damals unglaublich. Doch die Mittel des Aufstandes brachten den Erfolg.

Viele Adlige Herren wurden kurzerhand hingerichtet und dies geschah in aller Öffentlichkeit. Das verlieren des Kopfes wurde ein Symbol fĂŒr den Verlust der Macht ĂŒber das Volk. Nur um ihr Leben zu retten verließen in der Zeit um 1780 viele Adlige ihre BesitztĂŒmer und flohen. Wieder einmal wurde zum Wohle Anderer gemordet!
 

Im Herbst 1794 rĂŒcken die Franzosen in das Rheinland vor und besetzen es fĂŒr 20 Jahre. Die Amtssprache war französisch und die Anordnungen der Republik Frankreich wurden von den gewĂ€hlten Beamten des Volkes umgesetzt. Zu Anfang machte die Registrierung der Bevölkerung arge Probleme. Um eine Person ausfindig zu machen war es von Nöten zu wissen wo sie wohnte. Somit wurden alle Bewohner einer Stadt oder einer Gemeinde aufgefordert sich registrieren zu lassen. Dem Register war nun zu entnehmen wer zu  wieviel Personen in einem Haus wohnte. Aus dieser Zeit stammen unsere Hausnummern die man davor noch nicht kannte. So verbindet man heute noch die Zahl 4711 mit etwas Bekanntem. Um den oft schlimmen Gestank der von den offenen Kloaken und den sehr schlechten hygienischen UmstĂ€nden einer Stadt im Mittelalter herrĂŒhrte zu ĂŒbertĂŒnchen, wurde schon seit langer Zeit in der Glockengasse zu Köln ein so genantes Duftwasser hergestellt. WĂ€hrend der Registrierung durch die Franzosen ritt ein französischer Offizier die engen Gassen entlang und schrieb fortlaufende Zahlen an jedes Haus. Eines in der Kölner Glockengasse hatte die Nummer 4711. So entstand aus dem Duftwasser der Kölner das ,,Eau de Cologne 4711‘‘ ,,Das Wasser von Köln 4711‘‘.
 

Sehr viele Worte aus dem Französischen konnten sich noch lange bis in die heutige Zeit behaupten. Nachdem Napoleons Truppen bei ihren Osterweiterungen in den Jahren Zwischen 1813-1815 durch die Preußen, Russen und Österreicher geschlagen wurden, wurde das Rheinland nun preußisch. Seit der französischen Revolution sprach man nun auch im Kaiserreich Preußen von der ,,Neuen Zeit‘‘. Das Industriezeitalter war nicht mehr aufzuhalten und brachte im Bereich der Eisenindustrie der Eifel einen enormen Aufstieg. Das Straßennetz wurde erweitert und viele Eisenbahnstrecken wurden angelegt. Der Aufschwung der Industrie forderte große Mengen an Holz, welches in den großen Buchen- und EichenwĂ€ldern zu Anfang in hohen Umfang verfĂŒgbar war.

Mit den Jahren jedoch war ein starker Einbruch in der Holzwirtschaft abzusehen und das Land brauchte eine Lösung. Buchen und Eichen sind sehr langsam in ihrem Wachstum und waren somit keine Zukunftsperspektive fĂŒr die WĂ€lder der Eifel-Ardennen. Die Fichte war die Lösung. Ein schnell wachsendes Gehölz mit guten Eigenschaften fĂŒr die Bauholz-Industrie. Überall wuchsen nun die Monokulturen die in preußischer Genauigkeit in Reih und Gleid angepflanzt wurden. Die Bauern waren gar nicht froh mit dem ,,Preußenholz‘‘, da es nun nicht mehr möglich war das Vieh in den WĂ€ldern weiden zu lassen. In den alten BestĂ€nden war das durchaus möglich, doch in den dunklen FichtenwĂ€ldern wuchs nun kein Weidegras mehr. Von dieser Zeit an wurden die WeideflĂ€chen von der Gemeinde vergeben. Damit verĂ€nderte sich aber auch das Landschaftsbild zu dem wie wir es heute noch kennen. Der Weidezaun  wurde eingefĂŒhrt. Da die FlĂ€chen anhand der vorhandenen StĂŒckzahl des Viehs berechnet wurde, war es von nun an notwendig das das Vieh kontrolliert weidete. Der Stacheldrath wurde dazu erfunden. Er war eine klare Grenze fĂŒr den Nachbarn und ein gutes Hindernis fĂŒr das eigene Vieh. Jahrhunderte lang zuvor wurden die KĂŒhe und Rinder gehĂŒtet. Ein Hirte holte morgens das Vieh im Dorf ab und brachte es auf die WeideflĂ€chen. Die Viehhirten starben nun langsam aus.

Sehr viele Neuerungen verĂ€nderte Land und Leute. Die Eisenbahn brachte viele neue GĂŒter die man vorher gar nicht kannte in die Region. Die Menschen reisten in Gegenden die sie noch nie zuvor gesehen hatten. Fremde kamen in die Eifel und Einheimische zogen in die StĂ€dte. Um 1910 hielt der elektrische Strom Einzug in die Eifel und versprach noch bessere Zeiten. Es war die Zeit der großen Erfindungen und einem stĂ€ndigen Wetteifern mit anderen Nationen. Die GroßstĂ€dte sind prunkvoll und der Bevölkerung auf dem Land geht es gut. Eine Gute Zeit wie es scheint! Doch die Politik hat andere PlĂ€ne. Im Sommer 1914 stehen die Zeichen in Berlin auf Krieg. Nicht nur die Eifler sehen nun einmal mehr einer ungewisse Zukunft entgegen. Schon Anfang August waren die Mobilmachungen beendet und deutsche Kaisertruppen zogen in den Krieg gegen die Franzosen. Dabei dienten die Eifel-Ardennen als Aufmarschgebiet. Mit Blumen geschmĂŒckt und frohem Lachen gingen die MĂ€nner in den Krieg der vier lange Jahre dauerte und fĂŒr Preußen eine Niederlage brachte.

 In der Zeit des Krieges wurde die RĂŒstungsindustrie weiter ausgebaut und konnte noch bis 1916 schwarze Zahlen schreiben, doch der Krieg dauerte lĂ€nger als man hoffte und das Geld wurde rapide weniger. ,,Notopfer‘‘ war ein bekanntes Wort in dieser Zeit und mit Ende des 1. Weltkrieges waren derer Opfer genug und nur langsam erholte sich die Wirtschaft in den Jahren nach dem Krieg. In der Zeit nach diesem Krieg waren nun wieder die Franzosen Herrscher ĂŒber die Ardenen. Durch Probleme im eigenen Land hielten sich die französischen Besatzer relativ aus der deutschen Nachkriegspolitik heraus. Das Deutsche Volk war mit der Politik des Monarchen Kaiser Wilhelm II nicht lĂ€nger einverstanden und wurde von RevolutionĂ€ren der Sozialisten aufgewiegelt. In StĂ€dten wie Berlin entstanden AufstĂ€nde und StraßenkĂ€mpfe Zwischen den Kaisertreuen und den AnhĂ€ngern der Revolte. Das preußische MilitĂ€r, welches sich als Reichswehr betitelte hatte eine von den SiegermĂ€chten festgelegte StĂ€rke von 100 000 Mann und wurde zum Beendigen der AufstĂ€nde im eigenen Land vom Kaiser eingesetzt. BĂŒrgerkrieg in der Reichshauptstadt. Einige der dazu eingesetzte Schutztruppen der Marine verweigerten diesen Einsatz und meuterten. Diese MatrosenaufstĂ€nde fĂŒhrten zum totalen Verlust der exekutiven Macht des Kaisers, da sich selbst Offiziere der Reichswehr auf Seiten der Meuterer stellten. Der Kaiser floh und dankte ab. Jetzt hatte die RevolutionĂ€re freie Handlungsweisen und riefen ganz im Sinne Frankreichs die Republik aus.
 

Von 1919-1927 erholte sich die Neue Republik mit vereinten KrĂ€ften. Die Kosten fĂŒr Reparation und Wiedergutmachung der im Weltkrieg entstandenen SchĂ€den konnten aus politischer Sicht der Deutschen und mit dem zwar knirschenden EinverstĂ€ndnis der SiegermĂ€chte nicht klar allein als Schulden der Deutschen angesehen werden und verliefen teilweise als Allgemeinlast im Sande! In dieser Zeit gab es genĂŒgend Arbeit und ArbeitsplĂ€tze fĂŒr alle was sehr positiv fĂŒr die Konjunktur der Jahre 23-26 war und somit auch dem Lebensstandard der eifler Landbevölkerung zu Gute kam. 1927 begann mit dem Börsencrasch an der New Yorker Wall Street die erste Weltwirtschaftskrise, die eine hohe Arbeitslosenzahl mit sich brachte. Durch eine Berufsspezialisierung in der Industrie waren die meisten Menschen somit in eine ErwerbsabhĂ€ngigkeit geraten. Und konnte somit ihre Familien nicht mehr ernĂ€hren. Die Landbevölkerung, somit auch der Großteil der Menschen in der Eifel, konnte jedoch auch trotz Zwangsabgaben ein recht normales Leben fĂŒhren.
 

Die politische und wirtschaftliche Lage in Deutschland verhieß ganz und gar keine rosigen Zeiten fĂŒr die nahe Zukunft. In MĂŒnchen bildete sich in diesen Tagen eine neue Partei die beabsichtigte das desolate Ruder an sich zu reißen und mit Hilfe von Gewalt die alleinige Macht ĂŒber Deutschland zu erlangen. Diese Partei war die NSDAP, ihr AnfĂŒhrer hieß Adolf Hitler. Hitler und seinen Gefolgsleuten gelingt es zunĂ€chst nicht die Ideale ihrer Partei durchzusetzen. Aufgrund der radikalen Art und Weise wie die NSDAP unterstĂŒtzt von ihrer eigens aufgestellten Schutzstaffel und Sturmabteilung vorgeht, gerĂ€t Hitler als Kopf dieser Organisation in Konflikt mit dem Gesetz. Nach einer Haftstrafe gelingt es Hitler jedoch mehr und mehr AnhĂ€nger fĂŒr seine Politik zu werben. Wegen der sehr schlechten Wirtschaftslage und der extrem hohen Arbeitslosenzahlen gelingt es der NSDAP mit Versprechungen und einem radikalen Vorgehen die nötigen WĂ€hlerstimmen zu bekommen. Mit einem extrem und nie zuvor erlebten propagandistischen Wahlkampf erreicht die NSDAP ihr erstes Ziel. Die Machtergreifung und alleinige FĂŒhrung des Staates. Adolf Hitler ernennt sich 1933 zum Reichskanzler und FĂŒhrer des deutschen Reiches. Die Staatsform ist diktatorisch. Die Staatsorgane werden von nun an nur noch von Parteimitgliedern und im Sinne der NSDAP gefĂŒhrt. Gesetze werden geĂ€ndert und damit wird der Weg frei um von nun an Staatsfeinde rechtlich zu verfolgen. Jeder der nicht im Sinne und fĂŒr die Partei ist wird automatisch zum Staatsfeind. Die Methode wie die neue FĂŒhrung das Land wieder mobilisierte und wie zĂŒgig die Arbeitslosenzahlen sanken ĂŒberzeugte die Menschen in Deutschland.

Die Absichten die der aus Österreich stammende Hitler und sein Gefolge jedoch verfolgten waren anderer Natur. VerĂ€rgert ĂŒber die Sanktionen der SiegermĂ€chte und dem Anspruch auf im Krieg verlorengegangene Gebiete Deutschlands, will Hitler das Rad der Geschichte weiter drehen und schafft die Grundlage fĂŒr einen schnellen Gegenschlag um nun ganz Europa zum ,,Groß Deutschen Reich‘‘ zu machen.

Geblendet von Versprechungen fĂŒr ein besseres Leben funktioniert das deutsche Volk im Sinne der NSDAP. Die Wirtschaft floriert und Deutschland wird sogar ein interessanter Handelspartner der NachbarlĂ€nder. Niemand ahnt etwas von der wirklichen Absicht die hinter all dieser BemĂŒhungen stehen.

Besonders große Anstrengungen werden in der RĂŒstungsindustrie unternommen. Viele Forschungsbereiche werden streng Geheim gehalten, da der Vertrag von Versailles ein erneutes AufrĂŒsten Deutschlands unterbindet. Da die Kriegsvorbereitung hohe Summen an Geld verschlang, stand Hitler vor einem Problem. Um seine Ziele weiter verfolgen zu können brauchte er Kapital. Deutschland hatte Kapital, nur die es hatten wollten es nicht fĂŒr solche Unternehmungen hergeben. Die Juden in Deutschland waren seit Jahrhunderten alte Kaufmanns Familien und verwalteten ein enormes Vermögen. Hitler brauchte dieses Geld und holte es sich. FĂŒr Deutschland begann das dunkelste Kapitel seiner Geschichte.Mit dem Wahn das Deutschland nur dem Deutschen von rein arischer Abstammung gehören sollte und der LĂŒge das die Menschen anderer Herkunft zweitrangig seien und nicht lĂ€nger Teil des deutschen Volkes wĂ€ren, wurden die Juden im Namen des Volkes verfolgt und enteignet. Im deutschen Volk entstand ein Rassenhass der durch eine perverse Propaganda seitens der NSDAP geschĂŒrt wurde. Durch die radikale Politik der Partei isolierte sich Deutschland mehr und mehr vom Rest Europas. Die SpionagetĂ€tigkeiten waren in dieser Zeit sehr hoch und die Grenzen wurden geschlossen. 1936 wurde an der Westgrenze des Reiches mit dem Bau eines ĂŒber 600 KM langen Schutzwalles begonnen, dem Westwall. Ein perfekt geplantes System von Bunkeranlagen und einer unĂŒberwindbaren Panzersperre, die im Norden entlang der niederlĂ€ndischen Grenze bis zum Bodensee im SĂŒden reichte und dabei auch das Gebiet der Eifel-Ardennen querte. UnzĂ€hlige Bau- und Fuhrunternehmen aus Deutschland wurden am Bau beteiligt und auch die Bevölkerung der Region profitierte durch das Einquartieren der Arbeiter davon. Aus heutiger Sicht betrachtet sollte der Westwall einen möglichen Angreifer aus dem Westen wĂ€hrend der als erstes geplanten Osterweiterung des III Reichs aufhalten. Grund dafĂŒr war die geplante Einnahme Polens. FĂŒr eine rasche Eroberung Polens sorgte ein Nichtangriffspakt zwischen dem Deutschen Reich und den Russen sowie die in der deutschen Wehrmacht erdachte Blitzkrieg Taktik.
 

Der 3. September 1939. Krieg in Europa und wieder geht er maßgeblich von Deutschland aus.Ausgelöst von selbst initiierten AnschlĂ€gen greift die deutsche Armee Polen an. Gehalten von einer unterlegenen Ohnmacht kann das Land den Angreifern nur wenige Tage standhalten. Von einer Teilung Polens mit den Russen will Hitler jetzt nichts mehr wissen und verweigert den Russen die Abtretung der in Nichtangriffspakt vereinbarten Gebiete Polens.

In einem rasenden Tempo und vom eigenen Volk gefeiert erobern deutsche Truppen der Wehrmacht mit ihrer Blitzkrieg Taktik nach kurzer Zeit Belgien, die Niederlande, Norwegen, DĂ€nemark sowie die nördliche HĂ€lfte Frankreichs und die britischen Kanalinseln in Nord Atlantik. Ehemals deutsche Gebiete werden wieder offiziell Deutsches Reichs Gebiet. Österreich tritt bei und Italien erklĂ€rt sich als VerbĂŒndeter Deutschlands. Die Wehrmacht wird durch unzĂ€hlige Freiwillige aus den besetzten LĂ€ndern vergrĂ¶ĂŸert. Nach dem kurzen Aufmarsch vor dem Angriff auf Belgien und Frankreich und nur kleineren Gefechten in GrenznĂ€he bleibt es in der Eifel relativ ruhig. In den Jahren 42 und 43 ist außer einigen LuftkĂ€mpfen nicht sehr viel vom Krieg in der Eifel zu sehen. Die Judenverfolgung hat sich schon fast in Sinne der NSDAP verselbststĂ€ndigt, und nimmt immer schrecklichere Ausmaße an. Selbst die Juden in den besetzten LĂ€ndern werden verhaftet und in Konzentrationslager geschafft. Die HĂ€ftlinge mĂŒssen bei widrigsten Bedingungen fĂŒr das III Reich arbeiten. Wer dabei stirbt wird ersetzt. Verhandlungen mit dem Ausland wie Amerika und England um diese Menschen aufzunehmen schlagen fehl. Die hohe Zahl an Juden und die somit ĂŒberfĂŒllten Lager stellen im Verlauf  des Krieges ein Versorgungsproblem da. Der Mangel an Nahrungsmittel und ein ProduktionsrĂŒckgang ist das Todesurteil fĂŒr hunderttausende Menschen. Die Endlösung. Im Glauben das sie sich einer Körperreinigung unterziehen werden die Juden nach dem Verlassen der TransportzĂŒge direkt in WaschrĂ€ume mit Duschen gefĂŒhrt. Es sind Gaskammern aus denen Niemand entkommen konnte. Mit einem sich sehr schnell verflĂŒchtigenden kristallartigen Stoff namens Zyklon-B wurden die Menschen innerhalb von 5-15 Minuten vergast und anschließend in lagereigenen Krematorien verbrannt.

Zum Ende des Krieges wurden die Zahlen der tĂ€glichen Tötungen um ein vielfaches erhört, um damit die Spuren dieser unvorstellbaren Grausamkeit zu beseitigen. Was Adolf Hitler und sein Regime dem deutschen Volk fĂŒr alle Zeit angetan hat ist kaum in Worte zu fassen. Die Mehrheit der Deutschen hat sicher nichts von der Ermordung der Juden gewußt. Viele TĂ€ter sind gewiss einer gerechten Strafe entkommen dennoch werden diese Knechte des Teufels immer von ihrem Gewissen gepeinigt werden und möge der Tot sie nicht davon erlösen!

Die neuen Generationen der Deutschen sind nicht fĂŒr diese Taten verantwortlich zu machen, dennoch mĂŒssen wir die Verantwortung zur Verhinderung solcher Greueltaten auf uns nehmen.WĂ€hrend des II Weltkrieges brennt es an fast allen Orten Europas in Teilen Afrikas und im Nahen Osten. Aufgrund der stĂ€ndigen Luftangriffe ist es Anfang 1944 fĂŒr die deutsche Industrie unmöglich geworden die geforderten Mengen an RĂŒstungs- und VersorgungsgĂŒtern herzustellen und aufgrund der zerstörten Infrastruktur ist es ebenfalls unmöglich geworden die eigenen Truppen an der Front zu versorgen. Die Ostfront bricht zusammen und die Russen setzen den fliehenden Deutschen VerbĂ€nden mit aller HĂ€rte nach. Afrika war lĂ€ngst verloren und wurde aufgegeben. Den Amerikanern gelingt eine amphibische Landungsoperation in Italien und lĂ€ĂŸt damit eine Befreiung Italiens zu. Angespornt vom Erfolg dieser Landung bereiten die alliierten Truppen eine Landung vor, die von England aus den Norden Frankreichs zum Ziel hat. Der Plan sieht eine Landung zwischen Caen und Cherbourg in der Normandie vor. Die aus Amerikanern, EnglĂ€ndern, Kanadiern, Franzosen, Belgiern, Polen und vielen anderen Nationen bestehende Landungstruppe soll einen schnelle Landungskopf aufbauen und danach schnell und zĂŒgig durch Nordfrankreich auf die deutsche Reichsgrenze hin angreifen, diese durch brechen und dann nach der Einnahme des Ruhrgebietes weiter auf Berlin vorstoßen. Ziel Berlin. Das gleich Ziel hatten zur selben Zeit auch die Russen. Die Landung in der Normandie gelang, doch brachten hohe Verluste auf beiden Seiten das Unternehmen zum Stocken. Die Alliierten erholten sich jedoch schneller und setzten ihre Angriffe mit aller HĂ€rte weiter fort. Das Oberkommando der Wehrmacht wußte das es sich einen Zweifrontenkrieg solcher Ausmaße und bei einer so schlechten Versorgungslage nicht leisten konnte. Die VerbĂŒndeten Deutschlands waren zu dieser Zeit entweder bereits gesiegt oder hatten sich zum Teil nun auch gegen Nazideutschland gewendet. Die Reichsverteidigung begann. Im Westen wurde nun mit Hochdruck der bereits veraltete und unbrauchbare Westwall fĂŒr die anstehenden KĂ€mpfe vorbereitet. Als Ende August die Wehrmacht die Bunker im Westwall besetzen ist der Amerikaner nicht mehr weit und das Donnern der Artillerie wird von Tag zu Tag lauter und lĂ€ĂŸt die Bevölkerung an der Grenze Böses ahnen. Die alliierten Luftangriffe auf die Produktionsanlagen aber auch auf deutsche StĂ€dte bis weit ins Reich nehmen immer mehr zu. Mit der Eroberung Frankreichs ist eine Stationierung der Bomberstaffeln und der Jagdflieger jetzt auch in FrontnĂ€he möglich geworden, was den Alliierten wiederum ein tieferes Eindringen in das deutsche Reichsgebiet erlaubt. Von einer deutschen LuftĂŒberlegenheit ist nicht mehr die Rede. Deutschland liegt fast gĂ€nzlich in Schutt und Asche. Tausende sind ausgebombt, vertrieben ober auf der Flucht. Die Ostpreußen fliehen vor den Russen, die Juden vor ihren Mördern, die Menschen in den StĂ€dten fliehen aufs Land und der deutsche Junge von Volkssturm glaubt am Dorfrand noch ganz fest an den Endsieg, wobei er sich voller Angst an seiner Panzerfaust festhĂ€lt.

Nur sehr wenige Fanatiker glauben noch ernsthaft an den Sieg doch diese Hetzer motivieren ihre MĂ€nner mit den Bildern von verstörten deutschen StĂ€dten und verzögern somit ein schnelleres Kriegsende. Die Alliierten auf der anderen Seite trauen sich vor lauter Respekt vor dem Westwall und wegen Problemen mit dem eigenen Nachschub, der aufgrund der immer grĂ¶ĂŸer werdenden Entfernungen nur zögernd nach Vorne kommt, nicht die Reichsgrenze zu durchbrechen.

Das gesteckte Ziel, Berlin bis Anfang Dezember genommen zu haben und Weihnachten wieder zu hause zu sein rĂŒckt immer mehr in weite Ferne. Mitte September kommt traurige Bewegung in den Raum der Eifel-Ardennen. Die Amerikaner wagen einen Durchbruchsversuch durch den in der Eifel nur dĂŒnn besetzten Westwall. Dieses Unternehmen gelingt auch, kann aber wegen Verzögerungen im Norden und SĂŒden der Westfront nicht sehr tief fortgesetzt werden. Bis November 1944 spricht man in den Eifel-Ardennen von einer Geisterfront. Außer beiderseitiger SpĂ€htrupptĂ€tigkeiten ist es unheimlich ruhig an der Front. Vom 02.-09. November 1944 greift jedoch eine einzige Division aus einem schmalen Frontabschnitt das Dorf Vossenack bei DĂŒren in der Nordeifel an. Es ist die 28. US Infanterie Division. Wie von allen Sinnen und fĂŒr die Deutschen kaum zu verstehen greift diese Division mit drei Regimentern Infanterie jedoch ohne erwĂ€hnenswerte PanzerunterstĂŒtzung mit unglaublicher Willenskraft und unter höchsten Verlusten die RuhrdĂ€mme bei Heimbach an. Zumindest nehmen dies die deutschen Truppen zu diesen Zeitpunkt an. Ein Einnehmen oder gar Sprengen dieser StaudĂ€mme wĂŒrde zu hohen AusfĂ€llen auf deutscher Seite fĂŒhren und wĂŒrde die Vorbereitungen fĂŒr eine geplante Großoffensive im Dezember gefĂ€hrden. Die Ardennen-Offensive wird zu dieser Zeit bereits vorbereitet und lĂ€uft unter dem Namen ,,Wacht am Rhein‘‘. Daher mußte ein durchbrechen der 28. Division mit allen Mitteln verhindert werden. Nach anfĂ€nglich gutem Verlauf endete der Angriff des 109.,110. und 112. Regiments der 28. US Inf Div. in einem der blutigsten Infernos des II Weltkriegs. Anfang Dezember 1944 wurde seitens der Amerikaner, abgesehen von einzelnen Gefechten hier und da, nicht mehr von einer bedrohlichen AktivitĂ€t der Deutschen ausgegangen.

Erst mit besserem Wetter im FrĂŒhjahr 1945 muteten die Alliierten den Deutschen wieder mehr zu, und so entschloß sich die alliierte FĂŒhrung die eigene Frontlinie zu begradigen und alle Waldstellungen, sofern dies möglich war, bis zur nĂ€chsten Ortschaft zurĂŒck zu nehmen. Somit sollten die Soldaten wĂ€hrend der kommende Schlechtwetterphase besser geschĂŒtzt sein und wĂ€ren so auch einfacher zu versorgen. Nach dieser Aufgabe von Territorium seitens der Amerikaner besetzten wieder deutsche Truppen die zuvor mĂŒhsam von den GI’s erkĂ€mpften Bunker.

Der Bevölkerung blieb nichts anderes ĂŒbrig als sich mit den stĂ€ndig wechselnden Besatzern zu arrangieren und teilweise das dĂŒrftige Mahl mit ihnen zu teilen. Doch im direkten Frontgebiet oder im sogenannten Niemandsland durften sich nur wenige Zivilpersonen aufhalten. Der Rest wurde FreundwĂ€rts evakuiert, aus Angst um das eigene Hab und Gut fast immer wider Willen.

Völlig unerwartet und unvorbereitet trifft das am frĂŒhen Morgen des 16. Dezember 1944 einsetzende deutsche Artilleriefeuer die Amerikaner an der stillen Geisterfront. Mehrere Divisionen der Wehrmacht und der Waffen SS greifen die alliierten Truppen zwischen Aachen und Echternach an. Die letzte Großoffensive des Deutschen Reichs hat begonnen. Unternehmen Wacht am Rhein soll mit aller noch vorhandener Kraft einen Keil in die alliierten VerbĂ€nde treiben und mit der vordersten Spitze einen Korridor bis zur Maas bilden um an die dort lagernden Treibstofflager zu gelangen.

Die Spitze bildeten Teile der 1. SS Panzer Division und hatten eine Zeitvorgabe von nur zwei Tagen um ihr Ziel die Maas zu erreichen. Das Unternehmen war Ă€ußerst genau und sehr geheim vorbereitet worden. Es war so geheim das selbst die Teile die das Unternehmen durchfĂŒhren sollten selber nur ihren Auftrag wußten aber nur die oberste FĂŒhrung ein Gesamtbild der Lage bekam. Um eine solche Operation zum Erfolg zu bringen dĂŒrfen unter diesen UmstĂ€nden keine störenden Faktoren das Unternehmen beeinflussen. Das angenommene Feindverhalten, das Einhalten der Angriffswege, die eigene Versorgung und das Einhalten des Zeitplanes sind Grundelemente eines solchen Unterfangens. Bereits nach dem Artilleriefeuer geriet der Zeitplan ins wanken. Noch vor den ĂŒberschreiten der Frontlinie war klar das die Spitze die Angriffswege nicht einhalten konnte und somit mehr Treibstoff als vorhanden verbraucht werden wĂŒrde, was zur Folge hatte das die Fahrzeuge letztendlich lange vor und weit ab von ihrem eigentlichen Ziel liegen blieben und von der eigenen Besatzung vernichtet wurden.

Nachdem sich der Amerikaner vom ersten Schrecken erholt hatte gelang es neue und kampferfahrenere VerbĂ€nde einzusetzen und den Feind durch gezielte Angriffe zu schwĂ€chen. Es gelang nicht einen Korridor bis zur Maas zu schaffen und es gelang damit auch nicht einen Keil zur Teilung der Alliierten zu erzwingen. Das Unternehmen „Wacht am Rhein“ war gescheitert und brachte nur eine weitere Verzögerung bis zum Kriegsende. Die geschlagenen Deutschen weichen bis auf den Westwall zurĂŒck, doch dieses Mal warten die Alliierte nicht ein zweites Mal. Durch energisches Antreten verhindern sie ein erneutes festsetzen der Deutschen und drĂŒcken sie kontinuierlich zum Rhein. Bis dahin waren es dennoch Wochen in denen Tausende auf beiden Seiten fielen  und ebenso viele Zivilisten starben.

8. Mai 1945 der II. Weltkrieg war vorĂŒber, Deutschland und seine VerbĂŒndeten geschlagen. Die Bevölkerung stand da mit Nichts. „Die Stunde Null“ hatte begonnen. Die Alliierten verwalteten nun das Deutschland von dem nie wieder ein Krieg ausgehen dĂŒrfe. Im Westen sind es die EnglĂ€nder, Franzosen und Amerikaner und im Osten die Russen. Berlin wird separat aber nach gleichem Schema aufgeteilt. Die Sanktionen sind hart und werden von den Besatzern energisch durchgesetzt. So wird zum Beispiel der unerlaubte Waffenbesitz besonders verfolgt und mit dem Tode bestraft. Belgien bekommt seine Gebiete zurĂŒck und somit werden die Menschen in dieser Grenzregion nun auch wieder belgische BĂŒrger. FĂŒr einige von ihnen beginnt nun eine schwere Zeit in der sie vom restlichen Belgien nicht wieder als richtige Belgier anerkannt werden. Bis heute gibt es manchmal noch Probleme mit der Vergangenheit einzelner Personen die sich sehr fĂŒr das alte Deutschland eingesetzt hatten. Als Deutschland durch die SiegermĂ€chte, wie schon im Krieg geplant, geteilt wurde, florierte im deutsch - belgischen Grenzgebiet ein reger „Handel“.  Aufgrund der schlechten und geringen Verdienstmöglichkeiten dieser Zeit, kamen viele Menschen etwas vom Wege der guten Tugenden ab und verdienten sich mit dem Schmuggeln von Kaffee, Zigaretten, Butter usw ihren Lebensunterhalt. In einer Nacht konnte so ein guter Schmuggler den Monatsverdienst eines Land- oder Waldarbeiters verdienen.  Heute wird diese Schmuggelei etwas belĂ€chelt und man bekommt leicht den Eindruck von einer Abenteuerstimmung. Nein fĂŒr die Leute damals ging es um mehr als das. Zu hause wartete oft eine ganze Familie, die versorgt werden mußte. Der Zoll wußte genau was an der Grenze so passierte und war wachsam. Die Schmuggler die vom Zoll gefaßt wurden, verloren nicht nur die Schmuggelware sondern wurden dazu auch oft ein paar Tage eingesperrt. Es sind auch SchĂŒsse an der Grenze gefallen und manch ein Schmuggler kam nicht mehr heim. Aber es soll auch den ein oder anderen Zollbeamten gegeben haben der ein kleines Bißchen von Kuchen abbekam und dann auch am Schlagbaum der Grenzanlage immer freundlich grĂŒĂŸte. Der Marschall – Plan, das Wirtschaftswunder und der Drang zum Neuen und Besseren lies die Nation wieder wachsen. Die Teilung Deutschlands in zwei eigene Staaten mit unterschiedlichen Regierungsformen der BRD und der DDR wurde fĂŒr die Deutschen traurige Wirklichkeit. Viele Familien wurden durch den Mauerbau getrennt und hatten kaum Kontakt zu einander. Die stark westlich orientierte BRD wurde schnell WirtschaftsfĂ€hig und wurde bald ein starker Handelspartner fĂŒr Westeuropa. Heute ist Deutschland ein wiedervereinigtes Land mitten in Europa, Teil der EU, BĂŒndnispartner der NATO und Mitglied im Weltsicherheitsrat sowie der UNO. Deutschland hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und gilt als sozialliberales Land eines starken Europas, welches von seinen Partnern anerkannt wird. Besonders die Bevölkerung im Grenzgebiet der Eifel-Ardennen erscheint mir als sehr weltoffen und umgĂ€nglich, was sich gerade im Umgang mit „AuslĂ€ndern“ zeigt. Der Tourismus ist ein besonders wichtiger Wirtschaftszweig fĂŒr die Region und fördert den guten Kontakt zu den Menschen einer anderen NationalitĂ€t. Sehr viele BerufstĂ€tige sind sogenannte Pendler und fahren jeden Tag zur Arbeit ins benachbarte Ausland. Die mittlerweile unsichtbaren Grenzen sind fĂŒr diese Menschen völlig ohne Belange und haben nunmehr nur noch Symbolcharakter. Mit der EinfĂŒhrung des Euro ist ein weiterer Schritt zu einem vereinten Europa getan worden, was die Hoffnung auf gemeinsames Denken ĂŒber alle Grenzen hinaus nicht ausschließt. Nur wenn wir gemeinsam fĂŒr unseren Lebensraum kĂ€mpfen werden wir ein lebenswertes Morgen

 ERLEBEN.              

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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